Ein 5.000 Jahre alter Fischzaun

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Der Fischzaun geht auf der anderen Seite der 4x4m-Grube mit Spundwänden weiter. Es wird also interessant, seinen weiteren Verlauf während der Ausgrabungen 2014 zu verfolgen.

 

Bei den Voruntersuchungen fanden die Archäologen des Museums Lolland-Falster einen etwa 5.000 Jahre alten Fischzaun. Aufgrund der außerordentlichen guten Erhaltungsbedingungen hatte man fast das Gefühl, die Anlage sei gerade erst verlassen worden.

 

Die Voruntersuchung erfolgte in 4x4m-Gruben mit Spundwänden und bot daher nur Einblicke in das jeweilige Grubenareal. Dass es sich um einen fantastischen Fund handelte, war jedoch schnell klar.

 

Der Fischzaun besteht aus zugespitzten, versengten Stöcken insbesondere aus Esche, die senkrecht in den Boden der Lagune eingeschlagen worden waren. Zwischen diesen Stöcken, die einen Durchmesser von gut 5 cm hatten, liegen dünnere Zweige waagerecht übereinander und bilden einen dichten Zaun. Im Gegensatz zu früheren Fischzaunfunden wurden diese Zweige anscheinend nicht um die Eschenstöcke geflochten. Hier sieht es so aus, als lägen die waagerechten Zweige übereinander zwischen jeweils zwei eng beieinander stehenden senkrechten Stöcken.


Das Museum hofft, im Laufe der weiteren Ausgrabungen weitere Erkenntnisse über den Fischzaun zu gewinnen.

 

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Die prähistorischen Fischzäune
Meist bestanden die Fischzäune aus zugespitzten und angesengten Haselholzstangen, zwischen denen beispielsweise Weidenzweige eingeflochten waren. Sie bildeten einen dichten Zaun, den nicht einmal Aale passieren konnten. Archäologische Fischzaunfunde zeugen davon, dass sie sehr lang sein konnten. In der Nähe der Insel Nekselø konnte man den Verlauf eines Fischzauns mehr als 200 m in den Großen Belt hinein verfolgen.

Der Verwendungszweck des Fischzauns hing von seinem Standort ab: Stand er parallel zur Küste, diente er als eine Art Gezeitenfalle. Bei Flut wurde er überschwemmt, und die Fische konnten ungehindert in seichteres Wasser schwimmen. Bei Ebbe kamen sie jedoch nicht mehr zurück ins offene Meer und waren somit in großen Schwärmen hinter dem Zaun gefangen. Die Menschen brauchten sie dann einfach nur mit Flechtkörben oder Netzen herauszuholen.

Andere Fischzäune - so wie der bei Rødbyhavn - standen rechtwinklig zur Küste. Dieser Typ funktionierte wie ein modernes Leitnetz oder Stellnetz. Er führt die Fische am Zaun entlang in tieferes Wasser, meist durch weitere Zäune oder Reusen, wo sie in sogenannten Kuben (Flechtkörben) gefangen wurden.

Diese Art der Fischerei wurde fast während der gesamten Steinzeit und bis ins beginnende 20. Jh. betrieben, wo Zaun und Reusen jedoch aus geteertem Garn und nicht aus Weidengeflecht angefertigt wurden. Die Kuben, die zum Auffangen der Fische dienten, bestanden jedoch auch in historischer Zeit aus geflochtenen Zweigen und Weiden.