Knochen, Geweih und Gräten

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Schädel eines jungen Schweins/Wildschweins, der in seichtem Wasser am Siedlungsplatz gefunden wurde

 

Funde von u.a. Fischgräten sowie Knochen von Hirschen, Wildschweinen und Rindern machen deutlich, dass die Steinzeitmenschen vom Fischfang und von der Jagd lebten. Darüber hinaus wurden auch Teile von Hirschgeweihen gefunden, die als Werkzeuge dienten, u. a. zum Behauen von Feuerstein und als Fischfanggerät.

 

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Hirschgeweih wurde häufig für Werkzeuge verwendet

 

Man fand auch eine große Menge an Knochenspitzen. Das ist an sich nichts Neues, doch die Vielfalt der in Rødbyhavn gefundenen Spitzen zeugt davon, dass sie zu einem ganz bestimmten Zweck angefertigt wurden. Einige dienten zum Fischen, andere zum Nähen von Fischernetzen und Kleidung. Bei der Herstellung des Werkzeugs gab es eine Art Professionalisierung, d. h., jedes Werkzeug erfüllte seinen ganz eigenen Zweck.

 

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Knochenspitzen - mit und ohne Ornamentik - sind unter den Ausgrabungsfunden zahlreich vertreten

 

Einzelne Spitzen weisen strichförmige Ornamente auf. Ob diese nur zur Dekoration dienten oder eine konkrete Funktion hatten, beispielsweise zur Befestigung der Spitze an etwas anderem, ist nicht bekannt.

Eine einzige Spitze ist lanzettförmig und gleicht einem kleinen Speer. Es handelt sich um eine Pfeilspitze aus Knochen, deren langes Ende durch ein Loch am Pfeilschaft gesteckt wurde.

 

Die vorgeschichtlichen Haustiere
In prähistorischen Zeiten waren Haustiere sehr wichtig für die Bevölkerung. Unter seiner Kontrolle versorgten sie den Menschen mit Fell, Milch, Fleisch und Arbeitskraft - nichts blieb ungenutzt. Die einzelnen Haustierarten spielten jeweils ihre eigene Rolle, doch wurden sie nicht alle gleichzeitig Teil der Gesellschaft. Es war ein langer Prozess, der sich fast über die gesamte Vorgeschichte erstreckte.

Zuerst tauchte in der Mitte der Altsteinzeit (ab ca. 9000 v. Chr.) der Hund auf. Ihm folgten Ziegen, Schafe und Rinder, die sich nach der Einführung der Landwirtschaft ca. 3900 v. Chr. ernsthaft verbreiteten. Im Laufe der Bronzezeit (1700 bis 500 v. Chr.) kam das Pferd hinzu, und als die Eisenzeit vorbei war, fand man auch Schweine, Hühner, Katzen und Enten in den Siedlungen.

Alle genannten Tiere passten sich mit der Zeit genetisch an das Leben als Haustier an. Durch bewusste Züchtung wurden die besten Eigenschaften der ursprünglichen Wildformen genutzt und verstärkt. Es entstand das domestizierte Tier.