Wie führen wir unsere Ausgrabungen durch?

Grosse Maschinen bohren

Die Archäologen des Museums Lolland-Falsters bohren nach Spuren der Vergangenheit

 

Das Museum Lolland-Falster wendet völlig neue Methoden an
Bei einer archäologischen Ausgrabung werden im betroffenen Bereich normalerweise zuerst lange Suchgräben angelegt. Das Ergebnis bietet Einblick in die Verbreitung bislang unbekannter prähistorischer Denkmäler und dient als Peilmarke für den Verlauf der nachfolgenden Untersuchungen. In Verbindung mit den Ausgrabungen im 187 ha großen eingedeichten Areal östlich von Rødbyhavn erwies sich diese Methode jedoch schnell als unbrauchbar.

 

Suchgraben mit Wasser gefüllt

Der 2011 vom Museum Lolland-Falster angelegte herkömmliche Suchgraben füllte sich schnell mit Wasser

 

Bohren nach der Vergangenheit!
Im Herbst 2011 versuchte es das Museum Lolland-Falster mit der oben erwähnten Methode. Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels füllte sich der Graben jedoch innerhalb einer Stunde mit 7.000 l Wasser und machte die weitere Arbeit unmöglich und gefährlich. Daraufhin wendete das Museum eine in Dänemark völlig neue Methode an. In Zusammenarbeit mit holländischen Bohrspezialisten ermittelten die Archäologen des Museums Stellen, an denen sich prähistorische Siedlungsplätze befunden haben könnten. Während der Voruntersuchungen wurden in der großen Kulturlandschaft mehr als 2.000 Bohrungen mit Schnecken- und Kernbohrern durchgeführt.

 

Untersuchung von Schneckenbohrungen

Die Schneckenbohrungen werden auf prähistorische Spuren untersucht

 

Die Bohrproben gaben Auskunft über die Bodentypen in verschiedenen Tiefen. Man untersuchte die Proben auf Funde und konnte auf dieser Grundlage ein Modell erstellen, wie die Landschaft vor der Überschwemmung durch das Meer ausgesehen hatte. Anschließend wurde Bereiche ausgewählt und in 4x4m-Gruben mit Spundwänden untersucht, um unbewegliche prähistorische Spuren nachzuweisen.

 

Spundwänden

Die 4x4m-Gruben mit Spundwänden wurden sorgfältig auf prähistorische Spuren untersucht.Die Spundwände verhindern das Volllaufen der Grube mit Wasser.

 

Im Zusammenspiel setzten die verschiedenen Phasen der Voruntersuchungen den Rahmen für die Bereiche, die auf herkömmliche Weise ausgegraben werden sollen.