Was wussten wir vorher schon?

Karte

Karte der Gegend

 

Die jüngere Steinzeit (ca. 3900 - 1700 v. Chr.) ist die am besten untersuchte prähistorische Periode im Raum Rødby und Rødbyhavn. Doch das einzige sichtbare Relikt aus dieser Zeit bisher ist das Hünengrab Hyldehøj östlich von Rødby. Ursprünglich gab es sehr viel mehr Grabhügel in der Gegend, die heute jedoch nicht mehr mit bloßem Auge zu erkennen sind. Die prähistorischen Spuren der Bauern verschwanden allmählich im Zuge der Industrialisierung und Effektivierung der Landwirtschaft - glücklicherweise jedoch nicht ganz. Ab der Mitte des 19. Jh. bereisten Experten des dänischen Nationalmuseums das ganze Land und sammelten Berichte der Einheimischen über ältere Funde sowie Informationen über sichtbare und bereits eingeebnete vorgeschichtliche Denkmäler. Ihre Reisen resultierten in äußerst umfangreichem Quellenmaterial, das uns heute dabei hilft, das Aussehen der prähistorischen Landschaft in Dänemark zu beleuchten. Aus den Texten dieser Reisen geht hervor, dass entlang der Küste östlich von Rødbyhavn mindestens acht Dolmen und Hünengräber aus der Jungsteinzeit lagen sowie mehr als 25 kleinere Grabhügel, deren Ursprung und Alter leider nicht bekannt sind.

 

Auf einer Karte von 1848 ist westlich von Rødby ein einziger Dolmen auf der Insel Lang im heute eingedeichten Rødby Fjord eingezeichnet. Aus der Gegend um den Rødby Fjord zeugen zahlreiche Einzelfunde von Feuersteinwerkzeugen davon, dass hier entlang des Fjords Steinzeitbauern lebten. Dies wurde durch eine 1971 vom damaligen Lolland-Falster Stiftsmuseum durchgeführte archäologische Ausgrabung bestätigt, die einen Kilometer östlich von Lidsø Siedlungsspuren aus der Jungsteinzeit zu Tage brachte.

 

Im Gebiet östlich von Rødby waren vorher nur wenige Einzelfunde von Feuersteinwerkzeugen registriert. Dies änderte sich jedoch, als das Museum Lolland-Falster in der einleitenden Phase der archäologischen Ausgrabungen die Funde aus der Gegend kartografierte. Dazu wendete man sich an Hofbesitzer in der Umgebung und suchte sie in manchen Fällen auch persönlich auf. Mehrere von ihnen trugen mit interessanten Informationen über Feuersteinwerkzeuge bei, die manchmal über Generationen bei der Feldarbeit gefunden wurden. Es tauchten vor allem viele geschliffene Steinbeile auf, aber auch andere Werkzeuge wie z. B. schöne Feuersteindolche.

 

Leider lässt sich nicht feststellen, ob die Werkzeuge aus Gräbern, Hortfunden oder Siedlungen stammten. Sie beweisen jedoch, dass sich unter der Pflugschicht vermutlich noch immer Spuren von den Aktivitäten der steinzeitlichen Bauern verbergen. Es ist durchaus denkbar, dass die Funde von Siedlungsplätzen stammen, deren Bewohner die Grabhügel entlang der Küste errichteten und nutzten.