Kulturlandschaft Zuckerindustrie

Die Zuckerfabrik Højbygaard in Holeby

Die Kulturlandschaft der Zuckerindustrie bilden die Herrensitze Lungholm und Højbygård, die polnische Landarbeiterkaserne in Tågerup, die husmandsudstykninger (Zuteilung von Landparzellen an Kleinbauern) in Højby und Egeby und nicht zuletzt die Zuckerfabrik Højbygaard in Holeby, die auf dem Foto zu sehen ist.

 

Kulturmiljø (Kulturlandschaft)
Eine wertvolle Kulturlandschaft ist in der Stadtplanung definiert als geografisch abgegrenztes Gebiet, das durch sein Erscheinungsbild wesentliche Züge der gesellschaftlichen Entwicklung widerspiegelt. Es unterliegt u. a. gemäß § 11 a, Nr. 14 des dänischen Planungsgesetzes der Zuständigkeit der Kommunen. Das bedeutet, dass die Kommunen für die Kartierung, Ausweisung und Sicherung dieser Kulturlandschaften verantwortlich sind.

 

Das Gebiet umfasst beispielhaft sämtliche Elemente, die ein einzigartiges, homogenes und identitätsschaffendes Industrieumfeld kennzeichnen, und wurde daher vom dänischen Staat auch zu einem von 25 nationalen Industriedenkmälern ernannt.

 

Ein Produktionszentrum in Form der Zuckerfabrik Højbygaard, die Herrensitze Højbygård, Lungholm und deren Nachbargebäude als Rohstofflieferanten sowie Park, Allee, Wälder und die großen Ackerflächen (mit idealem Boden für den Zuckerrübenanbau), die durch Deiche und Hecken unterteilt sind. Außerdem ein infrastrukturelles Bindeglied in Form der Rüben- und Eisenbahn sowie schließlich die Arbeitskraft, symbolisiert durch die polnische Landarbeiterkaserne in Tågerup, die Arbeiter- und Angestelltenwohnungen in Holeby sowie die Kleinbauernsiedlungen mit ihren Landparzellen in Højby.

 

Obwohl die Zuckerproduktion in der eigentlichen Zuckerfabrik eingestellt wurde, ist die Authentizität erhalten und die Erlebnis- und Erzählwerte im gesamten Gebiet der Kulturlandschaft aktiv. Im Laufe der Zeiten spielte die Zuckerproduktion eine wichtige Rolle für das Leben einer Vielzahl von Menschen, in wirtschaftlicher wie in sozialer Hinsicht. Daher nimmt sie einen natürlichen Platz in der Identität und Geschichte Lollands ein.