Der Hof Falstergården

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Der Hof Falstergården Foto: Roberto Fortuna.

 

Der Vierseithof des Freilichtmuseums stammt aus Nørre Ørslev auf Falster und wurde 1931 eingeweiht. Er ist ein schönes Beispiel für einen Hof aus dem 19. Jahrhundert. Sowohl die Wirtschaftsgebäude als auch das Wohnhaus sind zeittypisch eingerichtet und vermitteln ein Bild vom damaligen Leben und den Traditionen auf dem Lande. In Aufzeichnungen lässt sich der Hof bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen, doch hat er nicht immer so ausgesehen wie heute. Der älteste Teil des Hofes, der heutige Stall, umfasste im 18. Jahrhundert sowohl Stall als auch Wohnung. In der Mitte des 18. Jahrhunderts war der Falstergården ein Doppelhof, d. h. er war an seinem nördlichen Ende mit dem Nachbarhof zusammengebaut, um eine Eckkonstruktion einzusparen. Im Rahmen der Flurbereinigung Ende des 18. Jahrhunderts wurden die nutzbaren Flächen der Höfe in Nr. Ørslev zusammengelegt. Zwei der insgesamt 19 Höfe des Dorfes wurden stillgelegt, acht wurden zu ihren neuen Äckern ausgesiedelt. Der Hof Falstergården blieb im Dorf, der angebaute Nachbarhof wurde umgesiedelt. Sein heutiges gleichmäßiges, viereckiges Aussehen ist das Ergebnis einer späteren Gebäudeerweiterung im 19. Jahrhundert.

 

So wie sich der Hof heute präsentiert, zeugt er von einer Zeit, als die Höfe noch weitgehend Selbstversorgungswirtschaft betrieben. Die Einrichtung der nördlichen Hofseite zeigt, dass auf dem Bauernhof Platz für Tiere sein musste - Tiere für die Feldarbeit und Tiere, die Nahrung und Kleidung liefern konnten. Die südliche Seite war der Feldwirtschaft vorbehalten. Hier wurden die Wagen untergestellt, hier befand sich die Tenne zum Dreschen des Getreides, hier wurde gezimmert, repariert und die kleineren Geräte und Werkzeuge des Hofes aufbewahrt.

 

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Der Hof Falstergården vor der Umsetzung ins Freilichtmuseum

 

Der Wohnbereich des Bauernhofes verbindet die beiden Hofseiten für die Tiere und die Feldwirtschaft. In der Mitte des Wohnhauses befindet sich der einzige beheizte Raum des Hofes, die Stube, die mit Schlafstätten, Bänken, Tischen und Schränken eingerichtet ist. Ganz offenbar war sie ein Raum, der viele Funktionen erfüllen musste - hier hielt man sich auf, hier schlief, aß und arbeitete man. Der Raum, der an die südliche Hofseite grenzt, beherbergt die Prunkstube. Sie wurde bei festlichen Anlässen genutzt, diente im Alltag jedoch als Aufbewahrungsraum. Gegenüber liegen Küche und Waschküche. Hier findet man den großen, offenen Schornstein, der sowohl fürs Kochen als auch fürs Heizen unentbehrlich war. Ihn brauchte man, wenn der Hinterladerofen in der Stube befeuert wurde oder der große Backofen, der auf der Rückseite des Hauses hervorragt. Neben der Küche liegt ein Aufbewahrungsraum für all die Küchengeräte und Aufbewahrungsutensilien, die ein auf Selbstversorgungswirtschaft beruhender Großhaushalt benötigte. Hinter dem Küchen- und Waschküchenbereich befindet sich das Altenteil des Hofes, das illustriert, wie auf dem Hof der Generationswechsel erfolgte.

 

Die vier Hofseiten bilden einen Innenhof mit Kopfsteinpflaster, einem Brunnen und einem Trog, aus dem die Tiere trinken können.